Hansjoerg Betschart Architektur | Notwohnungen Oberglatt

Neubau | 2024

Notwohnungen Oberglatt

Der realisierte Hybridbau vereint die funktionalen und wirtschaftlichen Anforderungen der Gemeinde mit einer ressourcenschonenden und kostenoptimierten Bauweise. Die konsequente Trennung von Primär- und Sekundärstruktur orientiert sich an den unterschiedlichen Lebenszyklen der Bauteile und schafft die Voraussetzungen für eine langfristige Anpassungsfähigkeit des Gebäudes. Auf diese Weise entstand ein qualitätsvoller, preisgünstiger Wohnungsbau, der die vorgegebenen Budgetvorgaben nicht nur erfüllt, sondern deutlich unterschreitet. Lesen Sie auch «Erfolgsfaktoren für Ihr Bauprojekt» hier.

Architekturpreis Kanton Zürich

Ausgangslage

Wegen kantonaler Vorgaben war die Gemeinde verpflichtet, mehr Wohnraum für Bedürftige bereitzustellen. Ich begleitete die Gemeinde von der ersten Idee über die Volksabstimmung bis hin zur Fertigstellung des Projekts.

Es war mir ein besonderes Anliegen, die von der Gemeinde vorgegebenen, beklemmend kleinen Räume so gross als möglich erscheinen zu lassen, um für die betroffenen Bewohnern ein Gefühl der Geborgenheit zu schaffen.

Mein Ziel war es einerseits, kosteneffizient zu bauen und gleichzeitig mit den bewilligten Mitteln lebenswerter Wohnraum zu schaffen, welches ökologischen Standards gerecht wird.

Lösung

Der Neubau der Notwohnungen in Oberglatt versteht sich als präzise Antwort auf eine soziale, räumliche und ökonomische Aufgabe. Wo temporärer Wohnraum häufig als Provisorium gedacht wird, verfolgt das Projekt einen anderen Ansatz: Die Notwohnung wird als selbstverständliche Form des Wohnens und damit als vollwertige architektonische Aufgabe verstanden.

Der kompakte Ersatzneubau nutzt das bestehende Grundstück konsequent. Vier Wohnungen bieten Raum für 28 Personen. Die Grundrisse sind auf das Notwendige reduziert und zugleich so organisiert, dass gemeinschaftliche Bereiche und private Rückzugsräume klar lesbar bleiben. Grosszügige Fensteröffnungen bringen Licht und räumliche Tiefe in die kleinen Zimmer und verleihen den kompakten Grundrissen eine überraschende Grosszügigkeit.

Konstruktiv basiert das Gebäude auf einer klaren Trennung von Tragstruktur und Ausbau. Der mineralische Kern aus Recyclingbeton übernimmt die statische und brandschutztechnische Stabilität, während die Wände und die Fassaden aus Holz ausgeführt sind. Diese Differenzierung verbindet Robustheit mit einer warmen, wohnlichen Atmosphäre und ermöglicht zugleich eine langfristige Anpassbarkeit der Nutzung.

Auch die äussere Erscheinung folgt diesem Prinzip der Reduktion. Die vertikale Holzfassade, die regelmässige Fensterordnung und der klar gefasste Baukörper entwickeln eine ruhige, selbstverständliche Präsenz. Konstruktion, Material und Proportion werden nicht als additive Gestaltungsmittel eingesetzt, sondern bilden eine Einheit.

Das Projekt zeigt damit, dass soziale Verantwortung, ökonomische Effizienz und architektonischer Anspruch keine Gegensätze sein müssen. Die Architektur des Minimums wird hier nicht als Architektur des Mangels verstanden, sondern als präzise Form des Angemessenen.

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«Mit Hansjörg Betschart Architektur konnten wir ein Projekt umsetzen, welches ökologisch ein Vorzeigeobjekt ist. Jedoch stand für uns ein praktischer, kostengünstiger Bau im Vordergrund. Die Zusammenarbeit mit Hansjörg Betschart war hervorragend und unkompliziert. Er unterstützte uns bestens und der gesetzte Kostenrahmen konnte dank seiner grossen Erfahrung eingehalten werden. Wir arbeiten jederzeit gerne wieder mit ihm.»

Rezension der Bauherrschaft, Gemeinde Oberglatt.

 

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